Homöopathie & Bowen-Therapie in Berlin

Homöopathische Hilfe bei Stress und dessen Folgen von Monika Müller-Amenitsch, MSc Integrated Healthcare, Heilpraktikerin, in Berlin. Definition des Begriffs "Stress" mit anschließenden Beispielen für dessen Behandlung durch Homöopathie.  

Was passiert körperlich bei Stress?

Bei jeder intensiven Reizeinwirkung läuft dasselbe Reaktionsmuster im Körper ab – dabei unterscheidet der Körper nicht, ob es sich um Eu- (positiven Stress) bzw. Distress (negativen Stress) handelt. Begründet liegt dieses Muster in der Frühzeit unserer Entwicklungsgeschichte als es notwendig war, auf drohende Gefahren oder Angriffe blitzschnell zu reagieren, sei es in Form von Flucht oder Angriff („flight or fight“). Beispiel: Wir sehen einen Tiger – wir flüchten oder greifen an (wahrscheinlich wird ersteres der Fall sein). Damit der Körper Flucht oder Angriff realisieren kann, wird die Sympathikusaktivität erhöht und innerhalb von kürzester Zeit wird ein hohes Maß an Energie zur Verfügung gestellt und das Reaktionsvermögen stark erhöht. Im Anschluss werden 3 wichtige homöopathische Arzneimittel beschrieben, die häufig bei der Behandlung von Stress zum Einsatz kommen.

Der Sympathikus ist der Teil unseres vegetativen Nervensystems, mit welchem wir nach Außen bzw. in die Aktivität gehen. Das Gegenstück ist der Parasympathikus, der aktiv ist, wenn wir schlafen, verdauen, uns entspannen.

Man könnte auch sagen, durch Stress, auf welchen wir nicht angemessen reagieren können, insb. durch Dauerstress, wird die Aktivität des Parasympathikus herabgesetzt und Folgeerscheinungen sind u.a. Schlaf -, Verdauungs – und Entspannungsstörungen.

Weitere körperliche Reaktionen auf Stress:

  • Erhöhung der Herzfrequenz
  • Steigerung des Blutdrucks
  • Steigerung der Blutfette und Blutzucker
  • Beschleunigung der Atmung
  • Anspannung der Muskeln
  • Erweiterung der Pupillen
  • Vermehrtes Schwitzen/vermehrte Talgproduktion
  • Die Tätigkeit der Geschlechtsorgane sowie der Verdauungsorgane wird herabgesetzt

Um ein Überleben der Arten zu sichern, hat sich dieses Reaktionsmuster in der Vergangenheit bewährt. Doch im Laufe der Jahrtausende hat sich die Umwelt des Menschen stark verändert. Nur noch selten sind wir den klassischen Stressreizen wie Angriff, Hunger, Kälte oder starker körperlicher Beanspruchung, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzten, ausgesetzt.


Die Stressfaktoren von heute in unserer Zivilisation sehen ganz anders aus. Heute handelt es sich um Reizüberflutung, zu viele Aktivitäten, Isolation, Alltagsärger, zwischenmenschliche Konflikte, Lärm, etc. Und unsere hochzivilisierte Welt erlaubt uns oft keine Reaktion wie Flucht oder Angriff. Man könnte auch sagen, uns fehlen die Ventile und die vom Organismus aufgebaute Stressreaktion kann vom Körper nicht, oder erst nach langer Zeit abgebaut, werden.

Folgeerscheinungen sind:

  • Hoher Blutdruck, Schwindelgefühle, Herzrasen, Atembeschwerden
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Steigerung der Blutzuckerwerte
  • Verkrampfung der Muskeln und somit Kopfschmerzen, Nacken – und Rückenverspannungen bis hin zu Bandscheibenvorfall, Rücken – Gelenkschmerzen, Zuckungen, Muskelkrämpfe
  • Die Magensäurebildung ist zu hoch was zu Magendruck, Reizmagen, Sodbrennen bis hin zum Magengeschwür führen kann
  • Schlafstörungen (Einschlaf – und Durchschlafstörungen)
  • Die Fortpflanzungsorgane arbeiten vermindert (Erektionsprobleme, verminderte Libido, Fertilitätsstörungen, gestörte Spermatogenese.)
  • Die Verdauungsorgane sind schlecht durchblutet (Verstopfung, Durchfall oder beides im Wechsel, Blähungen, Reizdarm)
  • Appetitlosigkeit oder Heißhunger, starkes Verlangen nach Zucker, Schokolade, Kaffee, Alkohol, Zigaretten
  • Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit
  • Reizbarkeit, Nervosität
  • Chronische Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Burnout-Syndrom

Als Langzeitfolge von Stress, der nicht adäquat abgebaut werden kann, entstehen schwere Krankheiten oder Einschränkungen, je nach körperlicher Schwachstelle. Erfahrungsgemäß reagiert jeder Mensch entsprechend seiner
genetisch bedingten Schwachstellen auf Stress.

Demzufolge kann man sagen, dass auch Stressreaktionen individuell sind und nicht identisch ablaufen. Sicherlich werden Sie wissen, dass Menschen, die am selben Arbeitsplatz ähnlichen Stressfaktoren ausgesetzt sind, trotzdem unterschiedlich auf Stress reagieren.

An dieser Stelle möchte ich auf das Thema Klassische Homöopathie zu sprechen kommen, denn diese ist sowohl eine ganzheitliche als auch eine individuelle Medizin. Durch eine sehr umfangreiche und genaue Fallaufnahme bzw. Erstanamnese wird eruiert, wie der betreffende Patient auf Stress reagiert oder welche individuellen Symptome/Beschwerdebilder er entwickelt hat, wie er sich fühlt, in welcher Lebenssituation er sich befindet, was genau Stress für ihn bedeutet, was bei ihm Stress auslöst, welche Nahrungsmittelverlangen, - abneigungen und – unverträglichkeiten vorliegen. Des weiteren wird ermittelt, wie es mit dem Schlaf und der Verdauung aussieht, um dann das individuelle, auf den jeweiligen Patienten passende homöopathische Einzelmittel zu analysieren.

 

 

Anhand der charakteristischen oder individuellen Symptome wählt der Homöopath ein Medikament aus von dem er weiß, dass es bei dieser Kombination von Symptomen eingesetzt wird, bzw. hilft und beim Patienten einen allgemeinen Zustand der Stabilität hervorruft – und zwar auf allen Ebenen (körperlich, emotional, mental)! Grundlage der homöopathischen Behandlung sind die Arzneimittelprüfungen, die von gesunden Versuchspersonen freiwillig ausgeführt werden. Ein weiterer Vorteil der Homöopathie: Sie basiert nicht auf grausamen Tierversuchen!

Arzneimittelprüfungen laufen wie folgt ab: Eine Gruppe von Gesunden nimmt über einen bestimmten Zeitraum ein homöopathisches Medikament oder Placebo (ein Medikament ohne Wirkung ) ein – Gruppenleiter und Prüfer wissen nicht, wer ein Placebo oder homöopathisches Medikament einnimmt. Die Teilnehmer dokumentieren die Symptome, die während oder nach der Einnahme auftreten, bzw. verschwinden. Anhand dieser Prüfungsergebnisse entstehen die sog. Arzneimittelbilder. Es werden nicht nur körperliche Symptome dokumentiert, sondern auch mentale und psychische. Homöopathische Arzneimittelprüfungen werden nur an freiwilligen Testpersonen (meist selbst HomöopathInnen) durchgeführt!

Homöopathische Medikamente stammen aus dem Tier -, Pflanzen -, und Mineralreich. Viele Medikamente, die Nosoden, werden aus Krankheitserregern hergestellt. Es gibt auch ein Medikament, das v. Menschen stammt: Lac maternum – die homöopathisch aufbereitete Muttermilch! Homöopathische Medikamente werden in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten verdünnt und potenziert, d.h. verrieben bzw. verschüttelt. Sie sind als Globuli (Milchzuckerkügelchen) oder Dilutionen (Wasser-Alkoholgemische) erhältlich.

Der deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1755 – 1843) hat die Homöopathie ins Leben gerufen. Sie existiert seit bereits über 200 Jahren und erfreut sich insb. heutzutage weltweit immer größerer Beliebtheit, da homöopathische Medikamente im Organismus keinerlei Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hervorrufen, sofern sie nach den Regeln der Klassischen Homöopathie eingenommen werden. Klassische Homöopathie bedeutet, dass homöopathische Einzelmittel für die individuellen Beschwerden des Patienten gemäß dem Ähnlichkeitsgesetz verabreicht werden, welches von Samuel Hahnemann 1790 entdeckt wurde. Es bedeutet, dass Substanzen, die bei gesunden Prüfern durch wiederholte Einnahme bestimmte Symptome hervorrufen als Heilmittel für jene Menschen dienen, die diese bzw. ähnliche Symptome aufgrund einer Erkrankung aufweisen! Somit wird ein Heilungsprozess in Gang gesetzt, die körpereigenen Selbstheilungskräfte werden angeregt und das Immunsystem und der Organismus werden dahingehend gestärkt, dass Krankheiten überwunden werden können.

Nun möchte ich Ihnen 3 homöopathische Medikamente vorstellen, die sich bei der Behandlung von Stress und dessen Folgeerscheinungen bewährt haben. Es sind Medikamente, die heutzutage in der homöopathischen Praxis häufig eingesetzt werden, denn sie helfen Menschen, die den Anforderungen unserer Zeit gerecht werden möchten und oftmals auch gerecht werden. Alle 3 sind in der Rubrik „Beschwerden durch sitzende Lebensweise“ zu finden. An dieser Stelle soll betont werden, dass es in der Homöopathie keine „guten“ oder „schlechten“ Medikamente gibt und es geht auch nicht darum, Menschen zu bewerten. Ich möchte lediglich charakteristische Symptome darstellen, die hinweisend für die Verordnung dieser 3 Mittel sind.

 

 

1. Nux vomica (die Brechnuss)

Das Leben eines Menschen, der Nux vomica braucht, ist von Arbeit, Ungeduld, Ehrgeiz und Konkurrenzgeist geprägt. Nux vomica-Menschen möchten immer die Nr. 1 sein, selbst bei Freizeitaktivitäten und beim Sport. Arbeit und Leistung sind der Hauptdreh – und Angelpunkt ihres Lebens. Sie haben Selbstvertrauen, wissen was sie können, sind genau, ordentlich und gewissenhaft bis hin zu perfektionistisch. Diese Menschen sind in der Lage, sehr effizient zu arbeiten, sind extrem zielgerichtet und haben ein enorm gutes Organisationstalent. Sie stellen viel auf die Beine und wenn man ihnen eine Arbeit anvertraut, weiß man, dass sie 100%-ig erledigt wird.
Alles muss am richtigen Platz stehen, damit ein reibungsloser und vor allem schneller Ablauf gewährleistet ist. Schnelligkeit ist sowieso ein sehr wichtiges Thema von Nux vomica – wenn die Dinge langsamer laufen als erwartet, werden diese Menschen sehr reizbar, wütend und ungeduldig. Alles soll glatt über die Bühne gehen. Sie erwarten viel von sich und von anderen. Sie scheuen keine Überstunden und arbeiten sogar nachts. Solch ein Lebensstil ist auf Dauer natürlich anstrengend und zehrt an den körpereigenen Reserven.

Diese Menschen neigen zu folgenden Symptomen:
Sie sind unter Druck, nervlich und muskulär sehr angespannt. Zuckungen und Krämpfe treten häufig auf und es besteht eine starke Licht –, Geruchs - und Geräuschempfindlichkeit. Sie sind sehr kälteempfindlich und erfahren eine Verschlimmerung ihrer Symptome durch Kälte. Wenn sie Beschwerden wie Darmkoliken, Magenschmerzen oder Menstruationskrämpfe haben, tut ihnen lokale Wärme sehr gut. Warmes Klima trägt zu ihrem Wohlbefinden bei und im Winter sind sie oft erkältet. Da sie permanent angespannt sind und sehr viel an die Arbeit denken, leiden sie an Schlafstörungen. Typisch für diese Menschen ist, dass sie morgens gegen 3.00 oder 4.00 h aufwachen und nicht mehr einschlafen können, weil sie über Dinge, die noch erledigt werden müssen, nachdenken. Aus diesem Grund fühlen sie sich morgens sehr schlecht und morgens sind sie sehr reizbar. Sie können nicht mehr richtig abschalten. Des weiteren leiden sie an Verstopfung mit häufigem aber leider vergeblichem Stuhldrang oder es werden nur kleine Mengen entleert und sie haben das Gefühl, als bliebe noch Stuhl zurück.
Nux vomica-Menschen sind sehr schmerzempfindlich und es ist auch ein wichtiges Medikament bei Nervenschmerzen nach Zahnbehandlungen, z.B. nach Abschleifen von Zähnen oder Bohren.

2. Lycopodium (Bärlappsporen)

Lycopodium-Menschen sind wie Nux vomica sehr effizient und tüchtig, doch im Gegensatz zu Nux vomica, ist das Selbstbewusstsein nicht so gut ausgeprägt. Lycopodium-Menschen können auch sehr scheu und schüchtern sein, insb. gegenüber fremden Menschen. Sie haben Probleme mit neuen und unbekannten Situationen, z.B. fremden Ländern. Sie sind einerseits sehr ehrgeizig, doch scheuen sie auch die Verantwortung bzw. fühlen sich bei zu viel Verantwortung überfordert. Sie fühlen sich ihren Aufgaben nicht gewachsen und daraus resultieren Angst und ein Grundgefühl der Überforderung, Überlastung und Unsicherheit. Für diese Menschen ist es jedoch enorm wichtig, dass andere diese Unsicherheit nicht bemerken und deswegen verhalten sie sich extrem selbstbewusst und oftmals sogar überheblich. Man könnte auch sagen, sie bluffen oder blähen sich auf, was sich auch auf der körperlichen Ebene deutlich zeigt. Ihr Image ist ihnen sehr wichtig, deswegen werden sie am Arbeitsplatz sehr nett und freundlich sein und da sie wie gesagt sehr ehrgeizig sind, verhalten sie sich gegenüber Vorgesetzten nahezu unterwürfig. Eigentlich möchten sie auf der Karriereleiter nach oben klettern, wenn da nur nicht diese Ängste und Zweifel wären.... Irgendwie fehlt ihnen der Mut und es besteht eine große Angst zu versagen. Diese Gefühle gestehen sie sich nicht einmal gegenüber sich selbst ein. Sie träumen jedoch vom Versagen, insb. vom Versagen in einer Prüfung.

Wie Nux vomica ist auch Lycopodium sehr reizbar, doch im Gegensatz zu Nux vomica zeigt Lycopodium seinen Zorn nicht am Arbeitsplatz oder bei Freunden, dafür jedoch zuhause gegenüber seinen Familienmitgliedern. Zuhause können diese Menschen herrisch und tyrannisch sein und woanders sind sie oftmals nicht in der Lage, ihre wirkliche Meinung zu vertreten. Bei Lycopodium-Menschen muss also sehr viel Energie für die Kompensation ihrer Selbstzweifel und Versagensängste aufgewendet werden.
Auf der körperlichen Ebene sind rechtsseitige Symptome ganz typisch oder die Beschwerden beginnen auf der rechten Seite und wandern zur linken. Blähungen und Auftreibungen sind ebenfalls sehr charakteristisch, die insb. nach der geringsten Nahrungsaufnahme auftreten. Kleiderdruck am Bauch ist ihnen sehr unangenehm, beim Essen müssen sie den Gürtel aufmachen. Sie leiden an Sodbrennen und saurem Aufstoßen. Regelmäßige, warme Mahlzeiten sind sehr wichtig für das Wohlbefinden dieser Menschen. Durch das Auslassen einer Mahlzeit können sie sehr reizbar werden. Es besteht ein ausgeprägtes Verlangen nach Süßigkeiten. Blähende Speisen wie Hülsenfrüchte und Kohl werden nicht vertragen. Verstopfung ist ein häufig anzutreffendes Symptom, insb. auf Reisen und im Ausland. Typisch ist ein anfänglich harter Stuhl, der dann flüssig wird. Wie Nux vomica sind diese Menschen morgens sehr reizbar und es besteht ein Tiefpunkt zwischen 16.00 und 20.00 h.

 

3. Sepia officinalis (gemeiner Tintenfisch, wird aus der getrockneten Flüssigkeit des Tintenbeutels hergestellt)

Bei Sepia handelt es sich vorwiegend um ein Medikament für Frauen, kann aber auch bei Männern eingesetzt werden. An dieser Stelle beschreibe ich jedoch eher den Frauentypus.

Durch die Anforderungen am Arbeitsplatz, in der Partnerschaft und evtl. als Mutter kommt es zur Überarbeitung. Diese Frauen haben hohe Ansprüche an sich selbst, möchten Karriere machen bzw. gut verdienen, da Unabhängigkeit sehr wichtig für sie ist. Sie sind wie Nux vomica sehr perfektionistisch und wie alle bisher genannten Medikamente sehr ehrgeizig. Auch an ihre Rolle als Mutter haben sie einen hohen Anspruch und sie engagieren sich sehr für ihre Kinder. All das fordert natürlich seinen Tribut. Erste Anzeichen der Überarbeitung sind Genervt – und Gereiztheit. Wie bei Lycopodium besteht eine Gereiztheit gegenüber Familienmitgliedern und sogar gegenüber den Kindern, weswegen Sepia-Frauen ein schlechtes Gewissen haben, denn dieses Verhalten entspricht nicht ihren Idealen. In der Phase der Gereiztheit können diese Frauen sehr zynisch und sarkastisch sein, insb. wenn Ansprüche von seiten der Familie an sie gestellt werden. Wenn die Pathologie weiter fortschreitet, kommt es zur Erschöpfung, Apathie und Gleichgültigkeit. Sepia ist ein sehr wichtiges Medikament für erschöpfte Frauen mit Doppelbelastung durch Beruf, Kinder und Haushalt. In dieser Phase kommt es oft zum grundlosen Weinen, d.h. es gibt keinen unmittelbaren Auslöser. Dadurch spüren diese Frauen, dass sie den Kontakt zu ihren Gefühlen verloren haben, was wiederum Angst macht. Mittlerweile sind diese Frauen so erschöpft, dass sich auch eine Gleichgültigkeit und Distanziertheit gegenüber Familienmitgliedern einstellt. Sie leiden an depressiven Verstimmungen und möchten nur noch ihre Ruhe haben. Oftmals fallen Sätze wie: „Ich möchte am liebsten ganz alleine in Urlaub fahren und mit keinem Menschen Kontakt haben. Ich brauche einfach mal nur Zeit für mich.“ Gleichzeitig bestehen starke Schuldgefühle, denn es handelt sich um sehr pflichtbewusste Frauen. In der Anamnese wirken diese Frauen sehr rational und wenig gefühlsbetont. Doch wenn sie dann beginnen, von ihren Beschwerden zu berichten, kommt es häufig zum Weinen. Sie sind verzweifelt, denn sie spüren, sie haben nicht die Kraft, um aus diesem Zustand der Stase heraus zu kommen. Alles ist ihnen zu viel.

Auch auf der körperlichen Ebene zeigen sich Symptome der Stase und Erschlaffung, insb. im Beckenbereich und im Verdauungstrakt. Es besteht eine sogenannte Bindegewebsschwäche, was sich u.a. durch das Gefühl des Herabdrängens oder nach unten Fallens der Unterleibsorgane äußert. Es bestehen prämenstruelle Symptome mit Wassereinlagerungen, Reizbarkeit und Depression. Der Blutdruck ist zu niedrig und die Beine fühlen sich schwer an, als ob die Venen zum Bersten voll seien und es liegt eine Neigung zu Krampfadern vor. Morgens erwachen Sepia-Frauen mit Übelkeit, die sich durch Essen bessert. Sepia ist auch ein sehr wichtiges Medikament für Übelkeit während der Schwangerschaft. Es besteht eine starke Überempfindlichkeit gegen Essensgerüche, die ebenfalls zu Übelkeit führt. Ein häufiges Begleitsymptom bei verschiedensten Beschwerden ist ein Leere – und Flauheitsgefühl in der Magengegend. Im Darmbereich besteht eine Untätigkeit, die sich durch mangelnden Stuhldrang bzw. Verstopfung äußert. Nach dem Stuhlgang, zu welchem es leider nicht täglich kommt, besteht das Gefühl, dass der Darm noch nicht vollständig entleert ist. Ganz typisch ist das Gefühl einer Kugel oder eines Klumpens im Rektum.
Sepia-Frauen haben ein starkes Verlangen nach Essig. Wenn sie sich aufraffen können, erfahren sie eine Erleichterung ihrer körperlichen und psychischen Beschwerden durch Tanzen, Bewegung und Sport. Man kann sich vorstellen, dass so der Kreislauf in Schwung kommt und die Stase oder Atonie kurzfristig aufgehoben wird. Sie reisen gerne in warme südliche Länder ans Meer und mögen gerne Gewitter, weil sie sich währenddessen lebendiger fühlen. Sie sind sehr kälteempfindlich, insb. am Kopf.

Monika Müller-Amenitsch, Heilpraktikerin, Berlin-Tempelhof.

Bitte beachten Sie, dass Beratungen und Behandlungen kostenpflichtig sind (siehe "Behandlungskosten"). Arzneimittelverschreibungen können nur auf der Grundlage von Behandlungen bzw. Anamnesegesprächen erfolgen.

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