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Homöopathie bei Mittelfußknochenbrüchen und Operationen – Berlin

Mittelfußknochenbruch (Fraktur der Mittelfußknochen)

Am 30.11.2016 hatte ich um 16.40 Uhr ein Erlebnis der „besonderen Art“: Hier in Berlin war es bereits um diese Zeit stockdüster und es hat geregnet. Ich überquerte den Mariendorfer Damm, eine 4-spurige Fahrbahn. Ich war bereits auf der Mittelinsel und wollte den zweiten Teil der Straße überqueren. Wegen des Regens und weil ich Regenschirme hasse, trug ich eine dicke Kapuze mit Kunstpelz. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese verhindert hat, dass ich das Auto, welches nach 2 Schritten über meinen rechten Mittelfuß (Spann) gerollt ist, übersehen habe. Die Kapuze wirkte wie eine Scheuklappe und ich kann nur jedem davon abraten, Kapuzen beim Überqueren von Straßen zu tragen. Offensichtlich war jedoch, dass der Autofahrer auch mich übersehen hatte.

 

Bild 1: Mein Fuß direkt nach der Operation

 

 

Symptome Mittelfußknochenbruch (im Volksmund: Mittelfußbruch)

Ich hatte sofort sehr starke Schmerzen im rechten Fuß, ich konnte nicht mehr auftreten. Nach ca. 5 Minuten kam der Rettungswagen, der von sehr hilfsbereiten Passanten gerufen wurde. Natürlich hoffte ich, es sei nur eine sehr starke Verstauchung. Direkt nach dem Unfall lag noch keine nennenswerte Schwellung vor und die Schmerzen nahmen nach dem Trauma wieder ab. Somit hatte ich Grund zur Hoffnung. Als ich jedoch die Zehen des rechten Fußes bewegte, spürte ich, dass die Verbindung zwischen Zehen und Fußknochen irgendwie unterbrochen war. Natürlich war ich unter Schock und rückblickend gehe ich davon aus, dass der Einfluss des Schocks eine Schwellung verhindert hat.

Im Krankenhaus nahm auch der behandelnde Arzt  an, dass es nichts Ernsteres sei, doch die Röntgenbefunde zeigten, dass 3 Mittelfußknochen (Ossa metatarsalia) gebrochen waren. Später habe ich im Internet gelesen, dass Mittelfußfrakturen oft zu spät erkannt und erst Monate nach einer Verletzung diagnostiziert werden. Nach traumatischen Einflüssen auf den Mittelfuß mit starken Schmerzen im Anschluss sollte der Fuß also unbedingt geröntgt werden, um festzustellen, ob ein Bruch vorliegt!

Bei mir war es so, dass sich die starken Schmerzen dann nachts im Bett einstellten, als vermutlich der Schock nachließ. Am nächsten Morgen hatten sich typische Symptome für Mittelfußknochenbrüche eingestellt: Der gesamte Fuß war geschwollen und im Mittelfuß war ein starker Bluterguss (Hämatom), welcher sich bis in die Zehen erstreckte.

Da 2 der gebrochenen Mittelfußknochen verschoben waren, mussten diese operativ wieder in die korrekte Position gebracht und geschraubt werden.

Mittelfußknochenbrüche können auch ohne äußeres Trauma auftreten, z.B. nach längeren Wanderungen oder nach dem Joggen. In diesem Fall spricht man von Ermüdungsbrüchen.

 

Homöopathie bei Brüchen (Frakturen)

Als klassische Homöopathin nahm ich natürlich sofort Arnika (Bergwohlverleih), das erste Unfall – oder Verletzungsmittel, welches auch ein wichtiges Schockmittel in der Homöopathie ist, schmerzstillend wirkt und inneren Blutungen und somit Blutergüssen (Hämatomen) entgegenwirkt (Arnika wirkt bei inneren und äußeren Blutungen blutstillend). Bei dem geschilderten, schweren Trauma konnte  Arnika allerdings weder die Schmerzen noch das Hämatom beseitigen. Immerhin kam ich jedoch in der ersten Nacht ohne konventionelle Schmerzmittel zurecht. 

Später, also nach der Operation, nahm ich zur Förderung der Knochenbildung, bzw. der Callusbildung zwischen den gebrochenen Knochenenden, homöopathisch Symphytum (Beinwell) und später Ruta (Gartenraute)wegen seiner Wirkung auf das Periost (Knochenhaut). Die Röntgenaufnahmen 3 Tage nach der Operation fielen sehr zufriedenstellend aus. Symphytum ist auch ein sehr wichtiges homöopathisches Medikament zur Verhinderung, bzw. Heilung von Pseudarthrose (die nach einem Bruch oder einer degenerativen Knochenveränderung ausbleibende Heilung und das fehlende Zusammenwachsen der defekten Knochenteile unter Ausbildung eines Falschgelenks).

Im Januar wird sich bei weiteren Röntgenaufnahmen herausstellen, wie es mit der Knochenbildung, bzw. knöchernen Konsolidierung,  aussieht.

 

Homöopathie bei Operationen

Da ich aufgrund des Unfalls und der bevorstehenden Operation sehr unruhig war und befürchtete, die Narkose nicht zu überleben, habe ich prä-operativ für diesen Zustand Aconit (Sturmhut) genommen. Aconit ist ein sehr wichtiges Schockmittel.  Die Betroffenen sind panisch, unruhig und haben Todesangst.

Weitere sehr wichtige homöopathische Medikamente für die Behandlung von Angstzuständen vor Operationen sind unter anderem Phosphorus (Gelber Phosphor), Gelsemium (Gelber Jasmin), Ignatia (Ignatiusbohne) und Argentum nitricum (Silbernitrat).

Zur operativen Nachbehandlung habe ich wieder Arnika eingesetzt (Schmerzlinderung, Blutstillung).

 

Homöopathische Wundbehandlung nach operativen Eingriffen

Um die Wundheilung der glatten Schnittverletzung zu unterstützen, wurde Staphysagria (Rittersporn) eingesetzt. Weiterhin habe ich den Heilungsprozess mit dem homöopathischen Mittel Calendula (Ringelblume) begleitet, um Eiterungen vorzubeugen.

Bislang (21.12.2016) ist die Wunde sehr gut verheilt. Gestern wurden die Fäden gezogen. Seither behandle ich den Schnitt äußerlich mit Calendula-Urtinktur (weingeistige, flüssige Auszüge der Ringelblume), welche für die Anregung der Wundheilung und die Verringerung der Narbenbildung bekannt ist. 

 

Hämatombehandlung mit Homöopathie

Die für Mittelfußfrakturen typischen Blutergüsse (Hämatome) in den Zehen waren trotz der Behandlung mit Arnika zwei Wochen nach dem Unfall immer noch nicht verschwunden. Mittlerweile waren die Zehen grünschwarz geworden. Für diesen Zustand nahm ich das homöopathische Mittel Ledum (Sumpfporst), welches für die Behandlung alter, grünlich schwarzer Blutergüsse bekannt ist.

Aber die Traumata durch den Unfall und die Operation waren so stark, dass die Hämatome in den Zehen noch 21 Tage (also heute) nach dem Unfall sichtbar sind. Dies sei jedoch, gemäß dem behandelnden Unfallarzt, normal.  

 

Ausblick

Gestern, als beim Unfallarzt die Fäden gezogen wurden, traf ich im Wartezimmer einen Mann, dem fast dasselbe wie mir passiert ist: Er stand am 01.12. hier in Mariendorf auf dem Mittelstreifen, hatte also auch schon zur Hälfte die Straße überquert, und wurde STEHEND angefahren, so dass der Knöchel des rechten Fußes gebrochen war. Auch er musst operiert werden.

An dieser Stelle frage ich mich, ob unsere aktuelle Lebensweise, der zunehmend aggressive Straßenverkehr, der Zeitdruck, unser ständiges Herumgehetze von einem Termin zum nächsten, noch natürlich oder lebensbejahend sind.

Diese indianische Volksweisheit (Autor unbekannt) kann zur Reflexion genutzt werden, um selbst Antworten zu finden:

 

„WIR MÜSSEN VON ZEIT ZU ZEIT EINE RAST EINLEGEN UND WARTEN, BIS UNSERE SEELE UNS WIEDER EINGEHOLT HAT.“

 

2 Monate nach der Operation

Wundheilung und Knochenbildung sind zum Glück sehr gut verlaufen. Dennoch tut jeder Schritt noch weh. Das liegt wohl, so mein Unfallarzt, unter anderem an dem durch das Auto verursachte Weichteiltrauma. Gemäß meiner Physiotherapeutin hat sich durch die einmonatige Schonhaltung (ich trug einen Spezialschuh zur Vorfußentlastung, mit welchem ich nur die Ferse belasten konnte) die Plantarfaszie verkürzt.

Die Plantarfaszie ist eine bindegewebige, bandähnliche Struktur, welche das Fußlängsgewölbe aufspannt. Sie verläuft vom medialen (inneren) Anteil der Ferse bis zu den unteren Anteilen der Mittelfußknochen und den Sehnenscheiden der Zehenbeuger. Massage der Fußsohle, Zehenübungen und Dehnungsübungen mit der Blackroll Mini sind nun fester Bestandteil meines Tagesablaufes geworden, um die Plantarfaszie wieder zu entspannen. Des weiteren übe ich mich in Geduld, denn der Heilungsverlauf geht nicht so schnell, wie erwartet. Dabei hilft mir der Auszug aus einem Gespräch zwischen einem nordamerikanischen Indianer und Baron Armand Louis de Lohontan, welcher in dem Buch "Die Apotheke Manitous" von Heinz J. Stammel aufgeführt wurde:

"....SIE (DIE NORDAMERIKANISCHEN INDIANER) SPOTTEN ÜBER DIE UNGEDULD DER EUROPÄER, DIE SOFORT GEHEILT SEIN WOLLEN, SOBALD SIE KRANK SIND. SIE VERSICHERN, DASS UNSERE TODESANGST, HERVORGERUFEN SCHON DURCH DAS GERINGSTE FIEBER, DIE KRANKHEIT SO ENTFACHT UND VERSTÄRKT, DASS WIR ZUM OPFER DIESER ANGST SELBST WERDEN. DABEI KÖNNTEN WIR SICHER SEIN, DASS DIE GUTE ALTE LADY (NATUR) UNS SEHR TRÖSTEN UND STÄRKEN WÜRDE, WENN WIR UNSERE KRANKHEIT UND DEN TOD ALS EINE LAPPALIE BETRACHTETEN UND UNSER BETT MIT GEDULD UND HERZLICH GUTER ZUVERSICHT HÜTETEN, OHNE DER NATUR GEWALT ANZUDROHEN, INDEM WIR UNS VOLL MEDIKAMENTE STOPFEN."

 

4 Monate nach der Operation

Der Fuss ist immer noch leicht geschwollen, insbesondere abends. Die Einlagen zum Schutz des Quergewölbes stellen sich Anfang März als nachteilig heraus. Ich hatte sie regelmäßig getragen, jedoch wurde durch sie beim Abrollen ein starker Druck auf die Zehen ausgeübt, so dass mehrere Wochen die große Zehe und die zweite schmerzhaft und geschwollen waren. Die große Zehe war von der Verletzung gar nicht betroffen! Seit Anfang März 17 lasse ich die Einlagen weg und dadurch strukturiert sich der Fuss scheinbar von Neuem noch einmal um und die Sehnen fühlen sich belastet und entzündet an, insbesondere die an der großen Zehe. Wegen der Schwellung und Schmerzen behandle ich meinen Fuss mit Bowen-Griffen und entschließe mich kurz vor Ostern, das homöopathische Ruta (Weinraute) in einer sehr hohen Potenz einzunehmen. Ruta ist ein sehr wichtiges Mittel für Verletzungen und Schmerzen der Bänder und Sehnen und wird neben Rhus toxicodendron und Arnika bei Verrenkungen, Verstauchungen und Zerrungen eingesetzt. Ruta ist auch ein sehr wichtiges homöopathisches Mittel bei Knochenhautverletzungen. Zwei Tage nach der Einnahme spüre ich bereits eine deutliche Besserung und seit ein paar Tagen ist der Fuss zum ersten Mal seit der Operation beim Gehen kaum noch spürbar. Ich hoffe, dass dieser Zustand weiterhin anhält.

 

 

Bitte beachten Sie, dass Beratungen und Behandlungen kostenpflichtig sind (siehe "Behandlungskosten"). Arzneimittelverschreibungen können nur auf der Grundlage von Behandlungen bzw. Anamnesegesprächen erfolgen.

Monika Müller-Amenitsch, Heilpraktikerin, M.Sc. Berlin-Tempelhof

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